Düsseldorf Politik

Umstrittene Unterkunft vorgestellt

Düsseldorf. Die umstrittene Asylbewerberunterkunft auf dem Gelände der Bergischen Kaserne wurde am Freitag Anwohnern und Medien vorgestellt. Die Anlage für 384 Personen kostet rund drei Millionen Euro und soll ab nächste Woche ein Jahr lang betrieben werden. Im Vorfeld sorgte die neue Unterkunft für Streit zwischen der Stadt, der CDU-Fraktion und einer Bürgerinitiative.

Miriam Koch und Stadtdirektor Burkhard Hintzsche bei der Vorstellung der Unterkunft (Bild: NRW.direkt)

Miriam Koch und Stadtdirektor Burkhard Hintzsche bei der Vorstellung der Unterkunft (Bild: NRW.direkt)

Die CDU-Fraktion und der Bürgerverein Bergisches Viertel hatten die Düsseldorfer Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch (Grüne) sowie Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) im Oktober dafür kritisiert, dass die rund drei Millionen Euro teure Asylbewerberunterkunft für eine nur einjährige Nutzung auf dem Gelände der Bergischen Kaserne im Stadtteil Hubbelrath errichtet wird, obwohl in Krefeld eine nahezu identische Anlage leer steht. CDU-Ratsherr Olaf Lehne bezeichnete die Unterkunft in Hubbelrath als „unnötig“ und als „Verschwendung von Steuergeldern“.

Seine Fraktion kündigte im Oktober eine entsprechende Anfrage für die Ratssitzung am 17. November an. Mit der Anfrage sollte thematisiert werden, warum sich der Stadt den Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit bei der Unterbringung von Asylbewerbern verweigert. Die Reaktion der Stadt aber bestand darin, vollendete Tatsachen zu schaffen und bereits Wochen vor der Ratssitzung mit der Errichtung der Unterkunft zu beginnen.

Gereiztes Klima bei der Vorstellung

Dementsprechend gereizt war die Stimmung bei der Vorstellung der Unterkunft am Freitag: Miriam Koch bezeichnete die Anlage als „Notlösung, die wir aber brauchen“, da Düsseldorf weiterhin 30 Asylsuchende in der Woche aufnehme. Als eine Anwohnerin laut anzweifelte, dass die Anlage nur ein Jahr als Asylbewerberunterkunft genutzt wird, reagierte die Flüchtlingsbeauftragte schroff: „Das sagt mehr über Sie aus als über unsere Arbeit.“

Als die Anwohnerin später wissen wollte, wie viele alleinreisende Männer unter den 100 Asylbewerbern sind, die in der nächsten Woche die Unterkunft beziehen werden, sagte Koch, dass ihr diese Zahl nicht bekannt sei. Später erfuhren die Anwohner von der Diakonie, dass es sich bei den Erstbeziehern der insgesamt elf Leichtbauhallen um 50 alleinreisende Männer sowie 50 Familienmitglieder handelt.

Andreas Goßmann, Vorsitzender des Bürgervereins, bezeichnete die Anlage nach deren Vorstellung als „steuerpolitischen Skandal“. Dass Miriam Koch nach zwei Jahren als Flüchtlingsbeauftragte noch immer Notlösungen präsentiere, sei „die Bankrotterklärung der Flüchtlingspolitik der Stadt Düsseldorf“, so Goßmann.

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