Düren Nachrichten

Unbekannte „Aktivistin“ wieder freigelassen

Düren. Der Hambacher Forst wurde am Donnerstag erneut zum gefährlichen Ort erklärt. Nach Steinwürfen gegen RWE-Mitarbeiter gab es zwei vorläufige Festnahmen. Eine sogenannte Aktivistin, die ihre Identität nicht preisgeben wollte, wurde am Freitag von einer Richterin wieder auf freien Fuß gesetzt.

Symbolbild: NRW.direkt

Der Hambacher Forst wurde am Donnerstag von der Polizei erneut zum gefährlichen Ort erklärt. Hintergrund ist die Räumung des Waldes von Barrikaden, Unrat sowie „Gegenständen, die nicht in den Wald gehören“. Dazu gehören laut Polizei auch „Zelte und Planenkonstruktionen, die rechtlich nicht unter den besonders geschützten Wohnungsbegriff des Grundgesetzes fallen“. Die erneute Einstufung des Waldes als gefährlicher Ort wurde von der Polizei damit begründet, dass es in der Vergangenheit „insbesondere bei vergleichbaren Einsätzen zu erheblichen Straftaten gekommen ist“.

Zwei Personen aus einer vierköpfigen Tätergruppe wurden am Donnerstag nach Steinwürfen auf RWE-Mitarbeiter vorläufig festgenommen. Den beiden anderen Personen gelang die Flucht. Eine weitere Person wurde festgenommen, weil sie beim Wegtragen von Polizisten „Widerstand durch Spucken und Treten“ geleistet hatte. In ihrer Mitteilung vom Donnerstag sprach die Polizei davon, dass diese Person am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werde.

Ohne Identitätsfeststellung wieder freigelassen

Am Freitag berichteten die Aachener Nachrichten jedoch, dass eine „unbekannte Aktivistin“, der vorgeworfen wurde, Polizisten bespuckt und getreten zu haben, vom Amtsgericht Düren wieder freigelassen wurde. Die Richterin begründete die Freilassung der Frau damit, dass die Formalien für „rechtmäßige polizeiliche Handlungen“ in der Akte nicht dokumentiert waren. Damit wurde die Frau wieder auf freien Fuß gesetzt, obwohl sie sich geweigert hatte, ihre Identität preiszugeben.

Die Zeitung berichtete außerdem, dass dieselbe Richterin vor einigen Tagen vier Beschuldigte, „die ebenfalls zur Aktivisten-Szene gehören“, vom Vorwurf des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte freigesprochen und ihnen eine Entschädigung zugebilligt habe. (ph)

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