Düsseldorf Politik

Unmut über Cannabis-Legalisierung

Düsseldorf. Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, war am Montag in der Landeshauptstadt zu Gast. Ohne die Grünen beim Namen zu nennen, warf sie diesen in ihrem Vortrag eine ideologische Drogenpolitik vor. Beim Thema Cannabis regte sich der Unmut vieler Zuhörer über die Pläne der „Ampel“-Koalition, dessen Verkauf zu legalisieren.

Rund 50 Zuhörer kamen am frühen Montagabend auf Einladung der Frauen Union in die Düsseldorfer Handwerkskammer, um einen Vortrag von Marlene Mortler (CSU) zum Thema „Für ein selbstbestimmtes Leben – Drogen gehen uns alle an!“ zu hören. Darin schilderte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung die Schwerpunkte ihrer Arbeit. Als größte ihrer „Bausteine“ bezeichnete sie Alkohol und Tabak, aber auch die Droge Crystal Meth oder die 1,7 Millionen Medikamentenabhängigen in Deutschland beanspruchten immer mehr Aufmerksamkeit. Eine aktuelle Kampagne soll Menschen davon überzeugen, nicht mehr in Anwesenheit von Kindern im Auto zu rauchen. So manche der von ihr genannten Zahlen waren für die Zuhörer erschreckend, etwa dass 2,6 Millionen Kinder in Deutschland in „suchtbelasteten“ Familien aufwachsen – zumeist in Zusammenhang mit Alkohol.

„Da gibt es eine Partei, die nicht will, dass wir Fleisch essen“

Mortler, die wegen ihrer Haltung zu Cannabis im Internet stark angefeindet wird, machte auch in Düsseldorf deutlich, sich davon nicht beirren zu lassen: „Cannabis als Medizin: Ja. Cannabis für den Freizeitbereich: Nein.“ Ohne die Grünen beim Namen zu nennen, warf sie diesen eine ideologisch begründete Drogenpolitik vor: „Da gibt es eine Partei, die nicht will, dass wir Fleisch essen. Auf der anderen Seite bereitet diese Partei einer Droge den Weg, die nachweislich gesundheitsschädlich ist.“ Die Drogenbeauftragte räumte ein, dass nicht jeder Cannabis-Konsument ein gesundheitliches Problem bekomme. Bei anderen jedoch würden sich bestimmte Teile des Gehirn anders entwickeln, dies sei unter Experten unstrittig.

Die Diskussion nach Marlene Mortlers rund 40-minütigem Vortrag drehte sich schnell um die von der Düsseldorfer „Ampel“-Koalition geplante Legalisierung des Verkaufs von Cannabis. Nach dem Willen der aus SPD, Grünen und FDP bestehenden Koalition sollen die Drogen auch ohne medizinische Indikation an Personen ab 18 Jahren verkauft werden dürfen. Olaf Lehne, Vorsitzender des Düsseldorfer Gesundheitsausschusses, bezeichnete es als „unerträglich“, dass bei den Ausschuss-Sitzungen immer zuerst darüber diskutiert werde, mit welchen Maßnahmen Jugendliche vom Cannabis-Konsum abgehalten werden könnten – und drei Tagesordnungspunkte später das Argument der „Entkriminalisierung“ ins Spiel gebracht werde, um über die Legalisierung der Droge zu sprechen. „Wir haben alle Nachweise und Belege, was Cannabis anrichtet“, sagte Lehne.

Pantel will mehr Aufklärung an Schulen

Die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel kritisierte, dass in den Schulen nicht genügend über die Gefahren von Cannabis aufgeklärt werde: „Mit Verboten habe ich so mein Problem. Mein Weg war immer, die Menschen aufzuklären und an ihren Verstand zu appellieren.“ Ebenso wie Olaf Lehne wies sie darauf hin, dass Cannabis bis zu einem Jahr im Blut nachweisbar sei und damit etwa zum Verlust des Führerscheins führen könne. Dies werde in den Schulen nicht genug vermittelt. Mit den Rathaus-Plänen zum legalen Verkauf von Cannabis ist die CDU-Politikerin aber auch nicht einverstanden: „Hoffentlich können wir diesen Irrsinn hier in Düsseldorf verhindern.“

Bild: Sylvia Pantel (l.) und Marlene Mortler. Bildrechte: NRW.direkt

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