Kleve Nachrichten

Unverständnis über Freilassungen

Rees-Haldern/Düsseldorf. Die acht Asylbewerber, die wegen fehlendem Handy-Empfang am Samstag mit Eisenstangen randaliert, Sicherheitsleute bedroht und Mobiliar zertrümmert hatten, kamen sofort wieder auf freien Fuß. Der FDP-Politiker Marc Lürbke will jetzt wissen, warum bei den Beschuldigten kein beschleunigtes Verfahren mit Hauptverhandlungshaft durchgeführt wird.

Marc Lürbke (Bild: NRW.direkt)

Wie bereits berichtet, randalierten am Samstag acht teilweise mit Eisenstangen bewaffnete Bewohner einer Asylbewerberunterkunft in Rees-Haldern. Zuerst bedrohten die aus Togo und Ghana stammenden Männer das Sicherheitspersonal. Es gelang ihnen jedoch nicht, in den gesicherten Wachraum einzudringen. Nachdem sie Scheiben und Mobiliar zertrümmert hatten, wurden sie von der Polizei überwältigt. Dabei wurde ein Polizist schwer verletzt.

Später berichteten mehrere Medien, dass die Asylbewerber wegen des fehlenden Handy-Empfangs in der Unterkunft verstimmt waren. Da die Staatsanwaltschaft bei den Männern jedoch keine Fluchtgefahr sieht, kamen diese nach der Feststellung der Personalien wieder auf freien Fuß.

Wenig Verständnis für dieses Vorgehen zeigte Marc Lürbke, innenpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion. In einer am Dienstag veröffentlichten Kleinen Anfrage an die rot-grüne Landesregierung will Lürbke wissen, warum gegen die Täter nicht im Wege des besonders beschleunigten Strafverfahrens mit Hauptverhandlungshaft vorgegangen wird. Weiter will er wissen, welche Schäden nach der Attacke zu beklagen sind, welche weiteren Erkenntnisse über die Beschuldigten vorliegen und welche Auswirkungen die Gewaltorgie auf das Asylverfahren der Männer haben wird. Die Landesregierung muss diese Fragen innerhalb von vier Wochen beantworten. (ph)

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