Krefeld Nachrichten

Vater droht, Kind vom Balkon zu werfen

Krefeld. Weil ein 30-jähriger Albaner am Mittwoch Polizisten mit einem Messer bedroht und anschließend gedroht hatte, eines seiner Kinder vom Balkon zu werfen, musste das SEK eingreifen. Der Mann sollte mit seiner Familie abgeschoben werden. Zuvor hatte die Familie alle Rechtsmittel erfolglos ausgeschöpft.

Die albanische Familie mit drei Kindern sollte am Mittwoch gegen 5 Uhr 45 abgeschoben werden. Als Mitarbeiter der Stadt gemeinsam mit zwei Polizisten die Wohnanschrift der Familie in Krefeld aufgesucht hatten, ließ der 30-jährige Familienvater diese zunächst in die Wohnung. Dann wurde der Mann jedoch „sehr aggressiv“ und bedrohte die städtischen Mitarbeiter sowie die Polizisten mit einem Messer. Auch die Mutter verhielt sich aggressiv und stellte sich mit einem ihrer Kinder schützend zwischen ihn und die Polizisten. Daraufhin zogen sich die Mitarbeiter der Stadt und die Polizisten wieder aus der Wohnung zurück.

Kurze Zeit später ging der Familienvater auf den Balkon der Wohnung im dritten Obergeschoss und drohte, eines der drei Kinder vom Balkon zu werfen, falls sich die Polizei nicht vollständig zurückzieht. Daraufhin wurde der Bereich von der Polizei großräumig abgesperrt. Das Team Kindeswohl des Fachbereiches Jugendhilfe wurde umgehend informiert und war nach kurzer Zeit mit zwei Kräften vor Ort.

Gegen 10 Uhr 30 erfolgte dann der Zugriff eines Spezialeinsatzkommandos. Der 30-Jährige wurde festgenommen. Die Kinder wurden vom Fachbereich Jugendhilfe in Obhut genommen. Die 27-jährige Ehefrau und Mutter wurde vernommen.

Alle Rechtsmittel erfolglos ausgeschöpft

Wie Stadt und Polizei in einer gemeinsamen Pressemeldung mitgeteilt haben, handelte es sich bei der geplanten Abschiebung um eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BaMF), die von der Stadt umgesetzt werden musste. Die Betroffenen hatten zuvor sämtliche Rechtsmittel erfolglos ausgeschöpft. Damit hatte die Familie keine Chance auf ein Bleiberecht in Deutschland.

Die Ausländerbehörde werde „voraussichtlich“ Abschiebehaft für den Vater beantragen, hieß es in der Meldung. Wie hinsichtlich der Mutter und der gemeinsamen Kinder weiter vorzugehen ist, werde derzeit von den städtischen Behörden abgestimmt.

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