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Vergiftetes Geschenk aus Düsseldorf?

Mönchengladbach/Düsseldorf. Der Flughafen Düsseldorf will sich aus dem in Mönchengladbach zurückziehen. Die Bedingungen dafür lassen dem Mönchengladbacher Flughafen jedoch keine Entwicklungsperspektive. Auf der Strecke blieben die Fluggäste vom Niederrhein, die damit auch weiterhin auf den überlasteten Airport in Düsseldorf angewiesen wären.

Wie die Rheinische Post (RP) am Mittwoch berichtete, will der Flughafen Düsseldorf seinen Anteil an dem in Mönchengladbach von derzeit 70 auf 20 Prozent reduzieren. Auch sollen dem Flughafen Mönchengladbach 7,5 Millionen überwiesen werden, außerdem will der Flughafen Düsseldorf auf die Rückzahlung eines Gesellschafterkredits in Höhe von zehn Millionen Euro verzichten. Damit wäre der Flughafen in Mönchengladbach schuldenfrei und wieder in der Hand der eigenen Stadt. Beide Stadträte müssten dem jedoch noch zustimmen.

Was auf den ersten Blick wie ein hübsches Geschenk wirkt, dürfte aber in Wahrheit ein höchst vergiftetes sein: Wie die RP weiter berichtete, sehen die Bedingungen dafür vor, dass der Flughafen in Düsseldorf jedes Mal zustimmen muss, wenn der in Mönchengladbach Linien- oder Charterflüge anbieten will. Außerdem habe sich der Flughafen Düsseldorf das Recht gesichert, „dass sein Flugverkehr immer Priorität vor Gladbacher Fliegern hat“.

Düsseldorfer Interessen wichtiger als die der Fluggäste?

Von 1996 bis 2003 gab es am Flughafen Mönchengladbach ein breites Angebot an innerdeutschen Flügen. Auch Ziele im europäischen Ausland wurden bedient, so etwa London. Bedient wurden diese Strecken überwiegend mit Turbopropflugzeugen, die britische Fluglinie Debonair setzte jedoch auch Jets ein. Bei den Fluggästen am Niederrhein war das Angebot wegen der kürzeren Anfahrtszeiten sowie der kurzen Wege am Flughafen Mönchengladbach sehr beliebt.

Das führte jedoch auch dazu, dass der Düsseldorfer Flughafen, der seine Anteile ursprünglich erworben hatte, um Flugverkehr von Düsseldorf nach Mönchengladbach zu verlagern, den kleinen Niederrhein-Airport zunehmend als Konkurrenz betrachtete. Nachdem Debonair und später auch die in Mönchengladbach beheimatete RAS Flug Insolvenz anmelden mussten, gab es nur noch wenig Bemühungen um entsprechende Nachfolger. Von Seiten der Mönchengladbacher Politik wurde diese Entwicklung überwiegend widerspruchslos hingenommen. Auf der Strecke geblieben sind dabei die Fluggäste vom Niederrhein, die selbst bei Inlandsflügen bis heute auf den inzwischen überlasteten Flughafen in Düsseldorf angewiesen sind.

Bild: Flughafen Mönchengladbach. Bildrechte: NRW.direkt

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