Münster Nachrichten

Vermummte stören Wahlkampf-Stand

Münster. Rund 20 vermummte Linke haben am Samstag einen Wahlkampfstand der AfD gestört. Die Polizei spricht von einem „Gerangel“. Dabei wurden drei Menschen leicht verletzt. Ein Sicherheitsmitarbeiter reagierte mit dem Einsatz von Pfefferspray. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass es im Landtagswahlkampf 219 Störungen durch Linksextremisten gab.

Eine Gruppe von rund 20 Vermummten hat am Samstagmittag einen Wahlkampf-Stand der AfD in Münster gestört, so eine Mitteilung der Polizei. Die Personen trugen weiße Overalls und Atemschutzmasken und hatten sich auch mit Tüchern vermummt. Aus der verbalen Störung mit einem Megaphon habe sich „ein Gerangel entwickelt“. Dabei setzten zwei Sicherheitsdienstmitarbeiter Pfefferspray gegen die Vermummten ein.

Die Polizisten konnten zehn Personen der später geflüchteten Gruppe stoppen. Dabei handelte es sich um Frauen und Männer im Alter von 19 bis 57 Jahren. Insgesamt wurden drei Menschen leicht verletzt. Die Ermittlungen zu den noch flüchtigen Vermummten und deren Tatbeteiligungen dauern an.

AfD-Stand von den Vermummten abgesperrt

In Teilen der örtlichen Presse wurde der Vorfall als „Kunstaktion“ dargestellt, mit der „auf die Hetze der Partei aufmerksam gemacht“ werden sollte. Dabei wurde auch ein Vertreter der Gegendemonstranten mit der Aussage zitiert, dass die Aktion „die ganze Zeit über friedlich gewesen sei“, erst die privaten Sicherheitskräfte der AfD hätten die Situation „mutwillig eskalieren“ lassen. Ein von den Gegendemonstranten im Internet veröffentlichtes Foto zeigt, wie vermummte Personen in weißen Overalls den AfD-Stand mit Flatterband absperren.

Auf Facebook-Seiten der AfD wurde der Vorfall anders dargestellt: „Gerangel? Die haben mit Megaphon und Fäusten zugeschlagen! So was nenne ich nicht ‚Gerangel‘. Und das waren auch nicht nur ‚Vermummte‘, sondern vermummte Linksextremisten! Das Kind sollte ruhig beim Namen genannt werden“, lautete ein Eintrag.

219 Störungen im Landtagswahlkampf

Erst am Mittwoch war durch eine Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage bekannt geworden, dass es Im Landtagswahlkampf 219 Fälle gegeben hatte, bei denen Parteien von Linksextremen behindert wurden. In den meisten Fällen handelte es sich um Sachbeschädigungen, Diebstähle oder Körperverletzung.

In 176 der 219 Fälle war die AfD betroffen. An zweiter Stelle kam mit großem Abstand die CDU mit 17 Fällen. Sieben Mal war die SPD betroffen. Aber auch FDP, Grüne, NPD, Republikaner, die Partei „Die Rechte“, die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) sowie die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) waren vereinzelt betroffen. (ph)

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