Politik Recklinghausen

Verwirrung um die „Tafel“ in Marl

Marl. Werden bei der Tafel derzeit generell keine alleinstehenden Männer mehr aufgenommen? „Sollte das so stimmen, wäre das ein klarer Fall von Diskriminierung“, wundert sich die Landtagsabgeordnete Gabriele Walger-Demolsky.

Übereinstimmenden Medienberichten vom Freitag zufolgen werden bei der Tafel in Marl derzeit generell keine alleinstehenden Männer neu zugelassen. Es würden nur noch Familien mit Kindern oder Rentner aufgenommen, wurde unter Berufung auf die Vorsitzende des Trägervereins, Renate Kampe, berichtet. Der Aufnahmestopp für alleinstehende Männer betreffe in der Praxis vor allem Ausländer, aber auch deutsche Männer seien schon abgewiesen worden. Diese Regelung sei eingeführt worden, nachdem wegen der zahlreichen Flüchtlinge nicht mehr genug Ware vorhanden war. Abgewiesene Antragsteller würden gebeten, alle vier Wochen wieder nachzufragen.

Laut einem Bericht der Marler Zeitung vom Samstag sind nur noch 32 Prozent der Kunden der Tafel in Marl Deutsche. Die meisten ausländischen Kunden stammen aus Syrien, Afghanistan sowie dem Irak.

„Entscheidung nach Geschlecht ist Diskriminierung“

„Da wird also nicht nach Bedürftigkeit, sondern nach Geschlecht entschieden“, wundert sich die Landtagsabgeordnete Gabriele Walger-Demolsky (AfD). „Sollte das so stimmen, wäre das ein klarer Fall von Diskriminierung.“

Über die Tafel in Marl gab es in den letzten Tagen widersprüchliche Meldungen. So berichtete die Recklinghäuser Zeitung am 22. Februar unter Berufung auf Kampe, dass es dort bereits seit einem halben Jahr einen Aufnahmestopp für Migranten gebe. „Deutsche Kunden trauen sich teilweise gar nicht mehr zu uns rein“, wurde Kampe zitiert. Am Donnerstag berichtete der WDR, dass die Tafel in Marl keine Kundenkarten mehr an alleinstehende Ausländer vergebe und dies mit dem fehlenden Respekt vieler Migranten speziell gegenüber Frauen begründe. Auch NRW.direkt hatte diese Meldung übernommen. (ph)

Bild: Wegen eines vorübergehenden Aufnahmestopps für Ausländer wurden Fahrzeuge der Essener Tafel am letzten Wochenende mit „Nazis“ beschmiert. Bildrechte: NRW.direkt

Print Friendly, PDF & Email