Politik Rhein-Erft-Kreis

Vortrags-Absage nach linken Drohungen

Hürth. Erneut musste eine politische Veranstaltung nach Drohungen der linksextremistischen Antifa abgesagt werden. Dieses Mal traf es einen für Mittwoch geplanten Vortrag der stellvertretenden ALFA-Landesvorsitzenden Kathrin Rommel.

Kathrin Rommel (Bild: NRW.direkt)

Kathrin Rommel (Bild: NRW.direkt)

„Der politische Einfluss des organisierten Islams auf unsere Gesellschaft“ – zu diesem Thema wollte Kathrin Rommel (ALFA) am Mittwoch in einem Hotel in Hürth einen Vortrag halten. Die Veranstaltung war bereits seit Wochen auf Facebook angekündigt. Um auch Nicht-Parteimitglieder als Zuhörer begrüßen zu können, wurden in den Tagen davor auch Flugblätter verteilt, die für den Vortrag geworben haben. Vor dem Hotel wurde dieser mit einem Plakat angekündigt.

Das hatte jedoch zur Folge, dass der Hotelier am Dienstag E-Mails bekommen hat, in denen unter anderem die Rede davon gewesen sein soll, dass Rommel Mitglied der AfD sei, „nationalistisches Gedankengut vertrete“ und dieses in den Räumlichkeiten des Hotels verbreiten wolle. Dem würde man sich jedoch am Mittwochabend „entgegenstellen“. Die Geschäftsleitung des Hotels bekam Angst, informierte die Polizei und kündigte die Vereinbarung mit ALFA wieder auf. Die Polizei bestätigte auf Nachfrage am Mittwoch die E-Mails an das Hotel, wollte sich zu deren Inhalt aber nicht äußern. Ein Polizeisprecher sagte lediglich, die Mails seien in der Sprache der linksextremistischen Antifa verfasst. Der Fall wird jetzt vom Staatsschutz in Köln bearbeitet.

Kathrin Rommel engagierte sich von 2013 bis 2015 tatsächlich für die AfD. Im Juli 2015 aber verließ sie die Partei und schloss sich zusammen mit anderen ehemaligen AfD-Mitgliedern der neugegründeten Partei ALFA an. Bei ALFA-NRW wurde sie sofort zur stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt. Ihre wichtigsten Themen sind Integration und Zuwanderung, in diesem Zusammenhang beschäftigt sich Rommel auch mit dem politischen Islam in Deutschland. Bei NRW.direkt erscheint seit August alle vier Wochen eine Kolumne von ihr.

Werden ALFA-Mitglieder in der Region bedroht?

Ob bei den Drohungen gegen Rommels Vortrag ein Zusammenhang dazu besteht, dass bei einem Fahrzeug eines ALFA-Mitglieds aus der Region um Hürth Mitte September mehrere Schrauben an der Befestigung der Reifen gelockert waren, ist derzeit ungeklärt. Dem Parteimitglied fiel bei der Benutzung seines Autos auf, dass die Reifen „eierten“. Schnell stellte sich heraus, dass drei Reifen nur noch mit einer Schraube befestigt waren sowie beim vierten Reifen mit einer Ausnahme alle Schrauben gelockert waren. Sofort wurde Anzeige bei der Polizei erstattet. Das betroffene ALFA-Mitglied stand auf einer im Internet veröffentlichten Liste, auf der AfD-Mitglieder sowie ehemalige AfD-Mitglieder aus der Region mit Namen, Wohnanschrift und Telefonnummer aufgeführt sind.

Trotzdem konnten die Linken nur einen Teilerfolg verbuchen: Kathrin Rommel kündigte am Mittwoch an, ihren Vortrag im Rhein-Erft-Kreis bereits im Oktober nachzuholen. Eine neue Lokalität sei schon gefunden: „Die Absage der Veranstaltung auf Druck durch die Antifa zeigt, dass Antifa und politischer Islam eine gemeinsame Sprache sprechen und in Teilen dieselben Ziele verfolgen. Beide beanspruchen die Meinungsherrschaft für sich und unterdrücken die freie Meinungsäußerung. Demokraten lassen sich von diesen unbeholfenen Aggressionen aber nicht beeindrucken.“ Auch werde sie gegen die Verfasser der E-Mails Strafanzeige wegen übler Nachrede stellen.

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