Düsseldorf Politik

Wahldebatte wegen TÜV-Prüfung abgesagt?

Düsseldorf. Die kurzfristige Absage einer Debatte mit Landtagskandidaten am Donnerstag im Stadtteil Gerresheim wurde mit bei einer TÜV-Prüfung festgestellten Sicherheitsmängeln begründet. Wegen der Teilnahme des AfD-Kandidaten hatte es im Vorfeld Proteste von linken Gruppierungen gegeben.

Rathaus Gerresheim (Archivbild: NRW.direkt)

Am frühen Donnerstagabend sollte im Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde in Düsseldorf-Gerresheim eine Debatte mit den Landtagskandidaten des Wahlkreises 41 stattfinden. Dabei sollten auch Bürger die Gelegenheit bekommen, den Kandidaten Fragen zu stellen. Dazu eingeladen waren Martin Volkenradt (SPD), Marco Schmitz (CDU), Monika Düker (Bündnis 90/Grüne), Nic Vogel (AfD), Sönke Willms-Heyng (FDP) sowie Özlem Demirel von der Partei „Die Linke“. Zur Debatte eingeladen hatte der Bürger- und Heimatverein Gerresheim. In Nordrhein-Westfalen wird am 14. Mai ein neuer Landtag gewählt.

Die Teilnahme des AfD-Kandidaten sorgte jedoch für Proteste von zwei linken Gruppierungen, darunter die Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA). Auch in der Kirchengemeinde gab es Unmut; so soll ein Gemeindemitglied in einem offenen Brief kritisiert haben, dass die Debatte in einem Raum stattfindet, der sonst zur Flüchtlingsarbeit genutzt werde.

Bürger- und Heimatverein spricht von „fragwürdiger Entscheidung“

Nur wenige Stunden vor Beginn der Diskussion teilte die Evangelische Kirchengemeinde dem Bürger- und Heimatverein mit, dass die Vermietung des Saales wieder zurückgenommen wird. In dem vom Gemeindepfarrer unterzeichneten und unserer Redaktion vorliegenden Schreiben heißt es wörtlich: „Hiermit bestätigt Ihnen die Kirchengemeinde Gerresheim, dass bei der heutigen TÜV-Prüfung der Sicherheitsbeleuchtung ein Defekt der Batterien festgestellt wurde. Dies ist laut TÜV-Bericht über die Prüfung der Sicherheitsbeleuchtung ein wesentlicher Mangel. Die Betriebssicherheit und Wirksamkeit der Zentralbatterieanlage ist nicht gegeben. Somit kann die Kirchengemeinde Gerresheim als Vermieter nicht für die vorgeschriebene Sicherheit der Veranstaltung sowie teilnehmender Personen garantieren. Aus Sicherheitsgründen und in Verantwortlichkeit muss ich deshalb leider die Vermietung des Gemeindesaals für Ihre heutige Veranstaltung, die um 19 Uhr beginnen sollte, zurücknehmen.“

Kurzfristig wurde erwogen, die Veranstaltung in das Gerresheimer Rathaus zu verlegen. Darauf verzichteten die Veranstalter jedoch. „Der Bürger- und Heimatverein Gerresheim bedauert die Entscheidung der Kirchengemeinde und sieht sie angesichts der vorhergehenden Diskussionen, verbunden mit einer äußerst knappen Vorlaufzeit, als sehr fragwürdig an“, hieß es in einer Erklärung. Die Kirchengemeinde teilte am Freitagmittag auf Nachfrage mit, dass deren Leitungsgremium mit der Absage der Veranstaltung befasst sei. (ph)

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