Düsseldorf Wirtschaft und Verkehr

Warteschlangen zum Ferienstart?

Düsseldorf. Zum Ferienbeginn erwartet der Flughafen etwa 261.000 Fluggäste bei rund 1.880 Flugbewegungen. Darauf hat sich der Flughafen mit einem Bündel von Maßnahmen vorbereitet. Aufgrund der Probleme bei den Sicherheitskontrollen schließt Flughafenchef Thomas Schnalke jedoch erneute lange Warteschlangen nicht aus. Die für Sicherheitskontrollen an Flughäfen zuständige Bundespolizei hat diese an ein Privatunternehmen ausgelagert.

In den Sommerferien erwartet der Düsseldorfer Flughafen 3,9 Millionen Fluggäste. Die Airlines haben in der Landeshauptstadt für die Ferienzeit mit rund 29.800 Starts und Landungen geplant. Damit liegen die Passagier- und Verkehrszahlen auch nach der Insolvenz vom Air Berlin wieder auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Zum Ferienauftakt vom 13. bis 15. Juli erwartet der Airport etwa 261.000 Fluggäste bei rund 1.880 Flugbewegungen. Spitzentag der Ferien mit dem höchsten Passagieraufkommen wird voraussichtlich der kommende Sonntag mit etwa 90.000 Reisenden bei rund 630 Starts und Landungen sein.

Der Flughafen bereitet sich mit einem umfassenden Maßnahmenpaket auf den Hauptreiseverkehr vor und stellt dafür einen deutlich siebenstelligen Betrag zur Verfügung. So wird etwa moderne Sensortechnik ab Mitte Juli eine erhebliche Verbesserung der Passagiersteuerung bringen. Personal wird in der Ferienzeit an vielen Stellen aufgestockt. So stehen zusätzliche Servicekräfte mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem wurde die räumliche Situation vor den Sicherheitskontrollen für die Reisenden verbessert. Aktuelle Wartezeiten werden vor den Passagierkontrollen über Monitore angezeigt. An den drei Flugsteigen werden Passagierlenker im Einsatz sein, teilte der Flughafen mit.

Flughafenchef Thomas Schnalke schließt jedoch erneute lange Warteschlangen zum Ferienstart bei den Kontrollen nicht aus. In der Mittwochausgabe der WAZ kritisierte Schnalke den zuständigen Sicherheitsdienstleister Kötter: „In unseren Augen stellt Kötter immer noch nicht so viel Personal zur Verfügung, wie es die Verkehrssituation erfordert.“ Zwar setze Kötter 180 Mitarbeiter mehr als im vergangenen Jahr ein. Allerdings sei auch die Zahl der in Düsseldorf ins Flugzeug einsteigenden Passagiere deutlich gestiegen. „Das Plus bei den Sicherheitskontrollen wird somit vom Passagierwachstum überkompensiert“, sagte Schnalke.

Sicherheitskontrollen Privatunternehmen überlassen

Für die Sicherheitskontrollen an Flughäfen ist der jeweilige Staat zuständig. In Deutschland aber hat die dafür zuständige Bundespolizei diese Aufgabe überwiegend an private Sicherheitsunternehmen ausgelagert, so etwa in Düsseldorf an die Firma Kötter Aviatons Security. Diese wurde im Juni von der Bundespolizei wegen mangelnder Vertragserfüllung abgemahnt. Kurz nach der Abmahnung berichtete der Blog Ruhrbarone, dass Kötter einen Krankenstand von 22 Prozent habe. Vor allem während des muslimischen Fastenmonats Ramadan soll es zu zahlreichen Krankmeldungen gekommen sein.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte bereits im letzten Jahr, die Zuständigkeit für die Sicherheitskontrollen an Flughäfen solle wieder an den Staat zurückgehen. Nach der Abmahnung der Bundespolizei an Kötter waren solche Forderungen auch aus der SPD sowie der AfD zu hören. (ph)

Bild: Vorfeld des Flughafen Düsseldorf. Bildrechte: NRW.direkt

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