Düsseldorf Wirtschaft und Verkehr

„Wehrhahn-Linie“ in Betrieb

Düsseldorf. Mit einem großen Bürgerfest wurde am Samstag die Eröffnung der neuen U-Bahn-Strecke gefeiert. Der reguläre Betrieb begann am frühen Sonntagmorgen. Jetzt müssen sich die Menschen in der Landeshauptstadt aber auch an ein neues Netz gewöhnen.

Der neue U-Bahnhof Graf-Adolf-Platz (Bild: NRW.direkt)

Der neue U-Bahnhof Graf-Adolf-Platz (Bild: NRW.direkt)

Am Samstag wurde in der Landeshauptstadt die neue „Wehrhahn-Linie“ nach mehr als achtjähriger Bauzeit feierlich eröffnet. Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel und Landesverkehrsminister Michael Groschek fuhren mit einem „Silberpfeil“ der Rheinbahn in den 3,4 Kilometer langen U-Bahn-Tunnel. Gleichzeitig begann rund um den Schadowplatz ein großes Bürgerfest. Tausende nutzen die Gelegenheit, die sechs neuen U-Bahnhöfe zu besichtigen und kostenlos mit der neuen U-Bahn zu fahren. Die Bahnen blieben jedoch unter der Erde. Oberirdisch hatten die Menschen die Möglichkeit, sich mit acht Oldtimer-Straßenbahnen der Baujahre 1920 bis 1969, die zwischen Gerresheim und dem Kirchplatz pendelten, von der alten Straßenbahnstrecke zu verabschieden. Abends wurden die Straßenbahnschienen jedoch endgültig gekappt.

Um 4 Uhr 36 am Sonntag wurde der reguläre Betrieb mit den vier neuen Linien U71, U72, U73 und U83 aufgenommen. Damit trat auch ein neuer Fahrplan in Kraft, bei dem sich die Düsseldorfer nicht nur an neue Abfahrtszeiten, sondern auch an ein neues Liniennetz gewöhnen müssen. Die meisten Neuerungen gibt es bei den Straßenbahnen: Einige Linien sind ganz verschwunden, andere wurden umbenannt, viele wechselten Streckenführung und Taktung. Einzig die Linie 709 pendelt auch weiterhin wie gewohnt zwischen Düsseldorf und Neuss. Im Busnetz gibt es nur vier neue Linienführungen. „Netz met Häzz“ nennt die Rheinbahn die größte Änderung in ihrer Geschichte.

Ohne Schulden finanziert

Politisch entschieden wurde die neue U-Bahn-Strecke 1999, als CDU und FDP die Mehrheit im Stadtrat hatten. „Unsere Fraktionen haben das Großvorhaben gemeinsam mit der Stadtspitze gegen alle Widerstände vorangetrieben. In der heißen Planungsphase bis 2007 wurde einiges an Überzeugungsarbeit geleistet“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Rüdiger Gutt aus Anlass der Eröffnung. Bei den Kosten verwies der Haushaltsexperte Gutt auf großzügige Förderzuschüsse: „447,5 Millionen Euro kommen von Bund und Land. 236,6 Millionen Euro trägt die Stadt. 2018 wird die letzte Ausgabe in Höhe von 3,7 Millionen Euro fällig. CDU und FDP haben die Wehrhahn-Linie aus dem laufenden Haushalt finanziert, ohne Schulden aufzunehmen.“ Mehrkosten beim Baumaterial sowie beim Personal sorgten jedoch dafür, dass der U-Bahn-Bau fast 200 Millionen teurer wurde als 2007 kalkuliert.

Auf der neuen U-Bahn-Strecke sollen täglich mehr als 50.000 Menschen befördert werden. Für die Fahrgäste bedeutet das eine Zeitersparnis von fast zehn Minuten zwischen den S-Bahnhöfen Bilk und Wehrhahn. Aber auch Fußgänger und Autofahrer dürfen sich freuen, denn ohne die Straßenbahnen dürfte sich der oberirdische Verkehr ebenfalls deutlich entspannen. Und Straßenbahnen, die durch die Fußgängerzone in der Altstadt fahren, gehören jetzt auch der Vergangenheit an. (ph)

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