Düsseldorf Justiz

Wehrhahn-Urteil: Staatsanwaltschaft will Revision

Düsseldorf. Die Staatsanwaltschaft hat am Montag gegen das Urteil im Prozess um den Wehrhahn-Anschlag Revision beantragt. Der angeklagte 52-Jährige war letzte Woche aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden.

S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn (Bild: NRW.direkt)

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat am Montag gegen das Urteil im Prozess um den Wehrhahn-Anschlag Revision beantragt. Auch die Nebenkläger wollen sich dem anschließen. Damit muss der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe das Urteil überprüfen. Mit einer Entscheidung aus Karlsruhe wird frühestens im nächsten Jahr gerechnet. Das berichtete die Rheinische Post.

Bei einem mit einer mit TNT gefüllten Rohrbombe durchgeführten Anschlag wurden am 27. Juli 2000 in der Nähe des S-Bahnhofs Düsseldorf-Wehrhahn zehn Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt. Einige der Opfer konnten nur durch Notoperationen gerettet werden. Eine im fünften Monat schwangere Frau verlor ihr ungeborenes Kind. Bei den Opfern handelte es sich um Einwanderer aus Russland, der Ukraine, Kasachstan und Aserbaidschan. Sechs von ihnen waren Juden, vier waren Russlanddeutsche.

Die Staatsanwaltschaft ist der Überzeugung, dass es sich bei einem heute 52-Jährigen um den Täter handelt und hatte für ihn lebenslange Haft wegen versuchten Mordes in zwölf Fällen durch Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion beantragt. Das Landgericht Düsseldorf sprach den dem rechtsextremen Spektrum zugerechneten Mann jedoch am 31. Juli aus Mangel an Beweisen frei. Dass der Anschlag damit weiterhin ungesühnt bleibt, hatte in Düsseldorf Enttäuschung und Entsetzen hervorgerufen. (ph)

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