Nachrichten Rhein-Erft-Kreis

Wieder brutale Gewalt im Hambacher Forst

Kerpen. An den Osterfeiertagen kam es im Hambacher Forst erneut zu mehreren gewalttätigen Aktionen. Dabei wurde ein RWE-Mitarbeiter verletzt. Eine Polizistin wurde mit Tritten gegen den Kopf schwer verletzt. In der Nacht auf Dienstag wurde das Amtsgericht mit Fäkalien beschmiert. Die Urheber der gewalttätigen Attacken wurden von der Polizei als „Aktivisten“ bezeichnet.

Wie erst am Dienstag bekannt wurde, traf der RWE-Werkschutz in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im verbotenen Bereich der Abbruchkante im Braunkohleabbaugebiet Hambacher Forst auf zwei junge Frauen. Beide wurden laut der Mitarbeiter freiwillig aus dem gefährdeten Bereich gebracht. Eine der Frauen, eine 20-Jährige aus Tübingen, griff anschließend einen RWE-Mitarbeiter an und verletzte diesen mit mehreren Tritten. Die herbeigerufene Polizei nahm beide Frauen vorläufig fest und brachte sie nach Kerpen ins Polizeigewahrsam.

Dabei wurde die 20-Jährige erneut gewalttätig und griff nun die Polizisten an. Durch mehrere Tritte gegen den Kopf und einen darauffolgenden Sturz wurde eine Polizistin schwer verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Beamtin ist derzeit nicht dienstfähig. Die 20-jährige Tatverdächtige wurde am Samstag in Untersuchungshaft genommen. Ihre weibliche Begleitung wurde nach Feststellung ihrer Identität wieder entlassen.

RWE-Mitarbeiter mit Steinen beworfen

Ostersonntag und Ostermontag kam es im Bereich des Hambacher Forstes laut RWE zu insgesamt drei weiteren Vorfällen. Am Sonntag stellten Mitarbeiter gegen 18 Uhr zunächst mehrere in Brand gesetzte Barrikaden auf der L276 fest. Bei ihrem Eintreffen bewarfen etwa 20 vermummte Personen die Mitarbeiter mit Steinen; anschließend flohen die Vermummten wieder zurück in den Wald. Die hinzugerufene Polizei fand mehrere Nagelbretter und Glasgefäße mit unbekannten Flüssigkeiten und stellte diese sicher. RWE löschte die Barrikaden und räumte diese mit eigenen Mitteln. Verletzt wurde niemand.

Gegen 21 Uhr 40 desselben Abends kam es im Bereich des RWE-Sicherheitsstützpunktes an der L276 zu erneuten Steinwürfen durch mehrere unbekannte Personen. Ein geparkter Pkw wurde dabei beschädigt; verletzt wurde niemand. Im Anschluss zogen sich die Steinewerfer unerkannt in den Wald zurück.

Am Ostermontag stellten RWE-Mitarbeiter neu errichtete und wieder brennende Barrikaden auf der L276 fest. Eine Gruppe von etwa 10 bis 15 Personen sollen die Feuer gelegt und zudem Feuerwerkskörper in Richtung der Sicherheitskräfte geschossen haben. Auch sollen mehrere Personen am Sicherheitszaun randaliert haben. Auch in diesem Fall flüchteten alle Personen wieder unerkannt in den Wald. Die Barrikaden wurden gelöscht und weggeräumt. Die Ermittlungskommission „Hambach“ der Aachener Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und Strafverfahren eingeleitet.

Amtsgericht mit Fäkalien beschmiert

In der Nacht auf Dienstag kam es am Amtsgericht in Kerpen zu einer weiteren Straftat, die laut Polizei im Zusammenhang mit den Protesten gegen RWE steht. Unbekannte beschmierten und beschädigten den Eingangsbereich mit Fäkalien sowie einer breiartigen und klebenden Masse. Die Aachener Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Urheber der gewalttätigen Attacken wurden in der entsprechenden Pressemitteilung der Polizei als „Aktivisten“ bezeichnet. (ph)

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