Krefeld Politik

Wieder „ficki-ficki“ verschwiegen

Krefeld. Vor einer Woche wurden zwei Frauen am Ostwall von einem Serben brutal angegriffen. Eine Frau erlitt dabei einen doppelten Nasenbeinbruch. „Interne Abläufe“ sollen dazu geführt haben, dass die entsprechende Polizeimeldung erst verfasst wurde, nachdem der Vorfall auf Facebook bekannt wurde.

In der Nacht zum 16. April wurde eine 23-jährige Frau, die mit einer Freundin zu Fuß auf dem Ostwall in Krefeld unterwegs war, von einem Mann angesprochen. Der sagte Dinge wie „ficki-ficki“ und bedrängte die Frauen. Die 23-Jährige wehrte sich und versuchte, den Mann zum Weitergehen zu bewegen. Daraufhin soll er ihr mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen haben. Nachdem sie zu Boden gegangen war, habe er sie gegen Kopf und Körper getreten.

Zwei Passanten kamen den Frauen zu Hilfe, zogen den Mann von seinem Opfer weg und hielten ihn fest. Nach einer Weile konnte er sich jedoch wieder losreißen und flüchtete. Kurze Zeit später wurde der Täter, ein polizeibekannter 35-jähriger Serbe, in der Nähe festgenommen. Die beiden Frauen mussten mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Dort stellte sich heraus, dass die junge Frau bei der Attacke unter anderem einen doppelten Nasenbeinbruch erlitten hatte und deshalb operiert werden musste.

Polizeimeldung 16 Stunden nach Presseberichterstattung

Eine Polizeimeldung dazu wurde nach dem Vorfall nicht verfasst. Die Öffentlichkeit erfuhr erst davon, als am Freitag – also fast eine Woche später – eine Freundin der Eltern der jungen Frau auf Facebook von der brutalen Attacke berichtete. Das führte zu einer Presse-Anfrage bei der Polizei, warum es zu diesem Vorfall keine Meldung gab. Eine Polizeisprecherin sagte, dies habe nichts damit zu tun, dass man „der Ablehnung gegenüber Ausländern kein Futter geben wollte“. Ursache seien vielmehr interne Abläufe. Der Vorgang sei wohl nicht an die Pressestelle weitergegeben worden und konnte deswegen nicht kommuniziert werden. Aber trotz der Anfrage gab es dazu auch weiterhin keine Pressemeldung der Polizei.

Erst mehr als 16 Stunden nachdem die Rheinische Post am Samstag über den brutalen Angriff auf die beiden Frauen berichtet hatte, wurde die entsprechende Meldung verschickt. Die Aussage „ficki-ficki“ wurde darin jedoch verschwiegen. Von der Krefelder Polizei wurde lediglich eingeräumt, dass der Mann die Frauen „verbal belästigt“ hatte. Inzwischen befindet sich der Serbe wieder auf freiem Fuß. (ph)

Bild: NRW.direkt

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