Wird Jäger zum Gejagten?

Düsseldorf. Nach der Entlassung des Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers steht jetzt sein Parteifreund Ralf Jäger unter Druck. Vor seiner Zeit als Minister war Jäger für Rücktrittsforderungen an CDU-Politiker bekannt.

Ralf Jäger vor Journalisten (Bild: NRW.direkt)

Ralf Jäger vor Journalisten (Bild: NRW.direkt)

Nach der Entlassung des Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers (SPD) steht jetzt sein Parteifreund und Landesinnenminister Ralf Jäger im Fadenkreuz der Kritik. Die Opposition im Landtag wirft ihm vor, nach den Ereignissen in der Silvesternacht in Köln zu spät reagiert und die Lage auch an anderen Orten im Land nicht im Griff zu haben.

So warf der CDU-Landesvorsitzende Armin Laschet Jäger im Kölner Stadt-Anzeiger das „Schönreden und Banalisieren von Straftaten“ vor: „No-Go-Areas und rechtsfreie Räume wie am Silvestertag in Köln gibt es auch an anderen Orten des Landes.“ Auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Lindner kritisierte den SPD-Politiker: „Eine komplette Woche hat der Innenminister zugelassen, dass falsche sowie völlig unzureichende Informationen über die Vorfälle in Köln kursiert sind.“ Jägers Entlassung wurde bislang aber nur von ALFA, der „Piratenpartei“ sowie der Kölner CDU gefordert.

„Jäger 90″ immun gegen Rücktrittsforderungen?

Obwohl Ralf Jäger mehr als vier Jahre lang auf die Bedrohung durch die Salafisten nur mit sogenannten „Aussteigerprogrammen“ reagiert hat und Nordrhein-Westfalen in diesem Zeitraum zum Planungs- und Rückzugsraum der Islamisten geworden ist und obwohl für das Jahr 2015 mit den höchsten Einbruchszahlen in der Geschichte des Bundeslandes gerechnet wird, blieb der ehemalige Pädagogik-Student bislang stets von Rücktrittsforderungen verschont. Vor seiner Zeit als Minister trug er den Spitznamen „Jäger 90″, weil er als Oppositionspolitiker jede Gelegenheit genutzt hatte, den Rücktritt von CDU-Amtsinhabern zu fordern. (ph)

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