Monheim am Rhein Politik

Zimmermann bleibt bei Moschee-Plänen

Monheim am Rhein. Trotz zunehmender Kritik an dem türkischen Dachverband hält Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) an seinem Plan fest, der DITIB-Gemeinde kostenlos ein Grundstück für den Bau einer Moschee zur Verfügung zu stellen.

Daniel Zimmermann (Bild: NRW.direkt)

Daniel Zimmermann (Bild: NRW.direkt)

Entsprechende Nachfragen von NRW.direkt bei Daniel Zimmermann sowie dem Rathaus der Stadt Monheim am Rhein blieben in dieser Woche zwar unbeantwortet. Wie sich jedoch herausstellte, bekräftigte der bei der Auswahl von Journalisten offenbar sehr wählerische Monheimer Bürgermeister im gleichen Zeitraum gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, dass er an seinem Plan festhalte, der DITIB-Gemeinde seiner Stadt ein Grundstück für einen Moschee-Neubau kostenlos zur Verfügung zu stellen. Er sehe dabei keinen Zusammenhang zur aktuellen politischen Entwicklung, so Zimmermann.

Kostenlose Grundstücke für repräsentative Moscheen

Nach dem Willen von Bürgermeister Daniel Zimmermann von der lokalen Partei Peto soll die Stadt zwei muslimischen Gemeinden, darunter auch die der DITIB, unentgeltlich zwei große Grundstücke für den repräsentativen Neubau von Moscheen mit Gemeindezentren überlassen. Beide Grundstücke haben zusammen einen Wert von rund 850.000 Euro. Im Gegenzug sollen sich die Moschee-Gemeinden unter anderem schriftlich zu Verfassungstreue und Toleranz verpflichten. Nach Protesten auf einer Bürgerversammlung Ende Juni musste Zimmermann die Ratsentscheidung darüber jedoch vertagen.

Die Diyanet Isleri Türk Islam Birligi (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, abgekürzt DITIB) ist ein bundesweiter Dachverband für die Koordinierung der religiösen, sozialen und kulturellen Tätigkeiten der rund 900 angeschlossenen türkisch-islamischen Moschee-Gemeinden mit Sitz in Köln. Der Verband untersteht der dauerhaften Leitung, Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für religiöse Angelegenheiten der Türkei, das seit der AKP-Herrschaft in Ankara auf den Kurs des türkischen Staatspräsidenten gebracht worden ist. Die Imame der DITIB werden von der Türkei ausgewählt, ausgebildet und bezahlt. Die Texte ihrer Predigten werden ihnen vorgegeben.

ALFA und FDP wollen Konsequenzen

In Zusammenhang mit dem aggressiven Auftreten vieler Anhänger des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in den letzten Wochen auch in Deutschland ist die DITIB erneut zum Gegenstand politischer Auseinandersetzungen geworden. Kathrin Rommel, stellvertretende Landesvorsitzende von ALFA, forderte am vergangenen Sonntag, dass die DITIB aus dem Beirat für den islamischen Schulunterricht in NRW „unverzüglich ausgeschlossen“ werden muss.

Ähnlich äußerte sich FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in der WAZ: Weil die Regierung Erdogan über die DITIB Einfluss auf Türken in Deutschland nehme, müsse die Rolle, die der Verband beim islamischen Religionsunterricht spielt, „neu geprüft werden“. Sollte sich der Verband nicht von Ankara distanzieren, müsse Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) „noch vor Beginn des neuen Schuljahres Konsequenzen ziehen“.

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